Was woanders keinen Platz hatte

Ende der pandemischen Lage am 25.11? Au contraire!

Ein Text, der im Entwurfsstadium hängen geblieben ist.


Es gibt die Geschichte eines 10-Jährigen Mädchens, Tilly Smith , das mit seinen Eltern im Thailand-Urlaub war. Zufällig hatte es kurz vorher im etwas im Unterricht über Erdbeben und Tsunamis gelernt. Bei einem Stand-Spaziergang sah sie, dass das Meer sich ungewöhnlich weit zurückzog. Sie erkannte darin die Anzeichen eines Tsunamis, schaffte es, ihre Eltern zu überzeugen, diese überzeugten weitere Touristen und so rettete sie 2004 rund hundert Menschenleben. Diese Geschichte ist schön – und dazu ist sie auch noch wahr. Die folgende Geschichte ist auch wahr, aber leider nicht schön.

Die Corona Pandemie ist ein Phänomen mit sehr vielen Facetten. Ich verfolge die Pandemie, wie sie auch mich verfolgt – uns alle verfolgt. Was mich besonders umtreibt, ist dass wir als Menschen, aber speziell auch „wir als Deutschland“  daran scheitern eine optimale Antwort auf die Herausforderung „Pandemie“ zu finden und dann auch umzusetzen. Sehr oft habe ich den Eindruck, Menschen verstehen Viren nicht und auch nicht Grundlagen der Dynamik einer Pandemie. Dabei ist sie im Grunde genommen einfach zu beschreiben. Bei einer ungebremsten Pandemie kann man das Beispiel der Reiskörner auf dem Schachbrett nehmen, bei dem auf dem ersten Feld ein Reiskorn liegt, auf dem zweiten 2, auf dem dritten 4 und so weiter is zum 64sten Feld. Wer das biespiel kennt, weiß dass da eine irrwitzig hohe Menge dabei herauskommt – etwa das was auf der Welt in 850 Jahren an Reis geerntet wird. Die meisten habe aber keine Vorstellung davon, denn für diese menge fehlt uns das Vorstellungsvermögen und auch das Vorstellungsvermögen, wie es zu dieser Menge kommen kann. Exponetialfunktionen verlassen schnell eine Dimension, die wir ohne Anstrengungen erfassen können.  Ohne sie lässt sich aber die Gefahr der Pandemie nicht wirklich greifen. Leider ist es so, dass die gefahr der Pandemie gerade in ihrer Tendenz liegt, exponential zu verlaufen.

Man kann sie als ein weiteres Modell mit einer Atombombe vergleichen. Die meisten wissen: da kommt es zu einer rapiden Kettenreaktion. Atome werden gespalten und ein gespaltenes Atom spaltet zwei weitere Atome, die spalten dann schon 4 und so weiter – wie beim Schachbrett: die zahlen (und die Bombe) explodieren. Das ist der natürliche Gang einer Pandemie. Nun setzen wir das gleiche Prinzip auch in Atomkraftwerken ein. Auch da werden Attome gespalten – aber es wird nur warm, Wasser verdampft und treibt turbinen an und wir bekommen Strom. Was ist da anders. Nun- die Konstruktion ist so, dass eben nicht ein Atom zwei andere spaltet, sondern so wenige, dass der Prozess weiter läuft, aber nicht ausbricht, nicht exponential verläuft. Tut er das, passiert das, was im Reaktor on Tschernobyl passiert ist. Eine exponentiale Entwicklung tritt ein und der Reaktor fliegt einem um die Ohren. Hier setzt man also in Kenntnis der Gefahren exponentialer Funktionen in Prozessen Methoden ein, um diese Funktionen zu brechen, zu moderieren. Einige Bauteile eines Reaktors heißen tatsächlich „Moderatoren“.

Die Corona Pandemie ist also im Prinzip wie eine Atombombe – wie möchten aber gerne, dass ihr Prozess verläuft, wie in einem Atomkraftwerk – dazu setzen wir verschiedene Dinge ein, die der Moderation dienen – auch als „flatten the curve“ bekannt und genaiu das schlägt gerade fehl. 

Was die 4. Welle auszeichnet ist, dass zwei Dinge zeitlich zusammenfallen: 

1. Die Erklärung des Endes der pandemischen Lage nationaler Tragweite

2. der Eintritt der Pandemie in eine exponentiale Funktion

Dre Grund, warum Atoomkraftwerke selten explodieren ist, weil wir wissen, wie wir die Prozesse zuverlässig moderieren können. Das wissen wir dank Forschung und Erfahrung glücklicherweise besser, als bei der Corona Pandemie. Dort bleiben wir jedoch weit hinter unseren Möglichkeiten zurück.

Auch den Corona-Virus könen wir als Modell berechnen. Wir könenn wie bei einem Tsunami erkennen, wenn eine Welle heranollt und wir können wie bei einem Atomkraftwerk bestimmen, welche Anstrengungen für eine Moderation notwendig sind, um exponetiell ansteigende Fallzahlen , die explodieren zu verhindern.

Nichts davon deutet auf ein „Ende der pandemischen Lage“ hin. Aktuell stehen die Zeichen auf „Überlastung des Gesundheitssystems im Dezember“ mit Wahrscheinlichkeit eines Lockdowns in den Weihnachtsferien.und darüber hinaus.

Warum? Nun die Zahl der hospitalisierten Menschen und auch die der intensivmedizinisch betreuten steigt zeitverzögert an. Wir haben eine ungebremst ansteigende Fallzahl – also werden wir relativ sicher für die kommenden 10-14 Tage eine steigende Anzahl schwerer Verläufe und Todesfälle haben, denn die kommen zeitverzögert. Da aktuell keine Sofortmaßnahmen bereits erkennbar wirken und sie nur da eingesetzt werden, wo im Prinzip das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, haben wir bei einem Rückgang in heutigen Hotspots andere Regionen, die diesen Rückgang auffangen werden – was uns, was die Fallzahlen anbetrifft in der Aufwärts-Beregung halten wird. Eine, der die Entwicklungen und Forschungen verfolgt und in mathematische Modelle umsetzt, die Prognosen erlauben ist Dirk Paessler. Und dem muss letze Woche die Hutschnur hochgegangen sein Denn was seine berechnungen zeigten, war besorgniserrregend. Daher teilte er sie auf Twitter.

„Wahrscheinlich sinkt diese Quote jetzt auch bereits durch Triage-Entscheidungen. Das werden kritische Patienten erst gar nicht mehr auf ITS gebracht, sondern direkt auf die Palliativ-Station. Dann können wir das nur noch mit der Zahl der Verstorbenen“ messen.

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